Tipps Kooperationen

Eine Kooperation kann für Unternehmen durchaus vorteilhaft sein. Wenn zwei Parteien miteinander arbeiten und sich gegenseitig unterstützen, können sie größere Aufträge bearbeiten und ihre Produktivität steigern. Doch wie findet man passende Kooperationspartner und welche Vorteile bietet die Zusammenarbeit mit anderen Selbstständigen? Das erfahren Sie im RECHNUNG.de-Ratgeber.
Tipps-Kooperationen

Inhaltsübersicht

In der heutigen Welt ist eine Spezialisierung besonders wichtig, denn die Erwartungshaltung potenzieller Kunden ist hoch. Nicht jeder kann Experte in allen Berufszweigen sein und das ist auch gut so. Eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen zu bilden, kann sich für spezialisierte Selbstständige und Freiberufler besonders lohnen.

Diese 9 Tipps helfen bei der Suche nach Kooperationen

Die Suche nach kompetenten und passenden Kooperationspartnern ist nicht einfach. Viele Unternehmen sind nicht aufgeschlossen für die Zusammenarbeit mit anderen Marktteilnehmern. Das liegt in vielen Fällen an schlechten Erfahrungen, die zum Beispiel in einer früheren Zusammenarbeit gemacht wurden, oder Angst, dass Betriebsgeheimnisse an andere Personen weitergetragen werden könnten. Möchte man daher mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, sollte von Anfang an ein persönliches Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht werden. Das nimmt Ängste und ebnet den Weg für eine saubere und nachhaltige Kooperation. Kontakte zu Kooperationspartnern lassen sich über folgende Wege aufbauen:

1. Kooperationsbörsen und Plattformen

Die IHK bietet, wie auch die HWK und andere Berufskammern, Kooperationsbörsen, die zum Aufbau vorteilhafter Geschäftsbeziehungen genutzt werden können. In der Regel können sich darin alle Unternehmen inserieren lassen und anschließend den Kontakt zu potenziellen Kooperationspartnern suchen. Die Kammern treten als Vermittler auf und stellen den Kontakt zwischen zwei Interessenten her. Der Vorteil dabei ist ganz klar, dass die bereits inserierten Unternehmen offen und interessiert an einer möglichen Kooperation sind. Hier finden Sie zum Beispiel die Kooperationsbörse der IHK-Frankfurt.

Inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe privater Kooperationsplattformen, die zum Beispiel junge Startups mit mittelständischen Unternehmen zusammenbringen. Auf Webseiten wie founderio.com können Selbstständige, Freiberufler oder Unternehmen sowohl Ausschreibungen kommunizieren als auch Gesuche reinstellen.

2. Veranstaltungen

Um Gründern, Gewerbetreibenden und Unternehmen eine weitere Möglichkeit zu bieten, sich für Kooperationen zusammenzufinden, richten Handels- und Wirtschaftskammern in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen und Seminare für ihre Mitglieder aus. Diese bieten nicht nur interessante Einblicke und Tipps zu vielen Themen, sondern stellen auch exzellente Networking-Möglichkeiten dar. So können Sie zu einer Themen-Veranstaltung der eigenen Branche gehen und Kontakte zu interessanten Teilnehmern knüpfen. Welche Veranstaltungen stattfinden und ob diese kostenpflichtig sind, erfahren Sie über die Webseite der jeweiligen Kammer. Hier finden Sie zum Beispiel die Veranstaltungen der IHK Berlin.

3. Messen

Messen sind perfekt, um andere Selbstständige und Unternehmer kennenzulernen, die potenzielle Kooperationspartner sind. Sie können diese dort direkt ansprechen und sowohl einen persönlichen Eindruck bekommen als auch hinterlassen. Auch wenn dies ein recht banal scheinender Tipp ist, sind regionale, überregionale oder nationale Messen immer noch Dauergaranten bei der Vermittlung von Kooperationen.

Unser Tipp: Besuchen Sie Branchenmessen und sprechen Sie möglichst viele Unternehmen über Ihr Vorhaben an.

4. Coworking-Spaces

Gemeinschaftsbüros werden immer beliebter. Viele junge Gewerbetreibende und Unternehmer benötigen nur ihren Laptop für ihre Tätigkeit und schätzen den Austausch mit Anderen im Büro. Coworking Spaces sind oft ein Grundstein für erfolgreiche Kooperationen. Je nach Anbieter und Ort können Sie sich bei Interesse einen Tagespass kaufen. In vielen Fällen ist es sinnvoller, einige Wochen oder Monate aus verschiedenen Coworking-Spaces zu arbeiten und den Dialog mit anderen Unternehmen zu suchen. Große Konzerne wie Salesforce, IBM oder auch Microsoft geben in einigen Ländern Angestellten die Möglichkeit, dauerhaft aus Coworking-Einrichtungen zu arbeiten. Das bringt auch regelmäßig lukrative Kooperationen hervor.

5. Social Media

Facebook, Twitter und Co. ermöglichen, über ihre Plattformen nach Experten Ausschau zu halten. Allerdings sollten Sie dafür gut vernetzt sein und Zugang zu bestimmten Gruppen haben, in denen Sie potenzielle Kooperationspartner suchen können. Besser eignen sich die sozialen Medien für die Suche nach Partnern, die die Marke Ihres Unternehmens stärken können. Diese sogenannten Influencer können im Rahmen einer Kooperation ihren Followern Ihre Produkte vorstellen. Ideal und mittlerweile Standard, um sich mit potenziellen Geschäftspartnern zu vernetzen, sind die Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn. Dort lassen sich potenzielle Kooperationspartner finden und bequem anschreiben. Einige Netzwerke bieten außerdem speziell auf den Austausch orientierte Gruppen zur Vernetzung an. Dort lassen sich kooperationsbereite Unternehmen finden und direkt kontaktieren.

6. Fachmagazine

Es gibt zahlreiche Fachzeitschriften für fast jede Branche, die spezielle Informationen an bestimmte Leser bieten. In den Magazinen finden sich teilweise umfangreiche Anzeigenteile, in denen Sie Anzeigen für Kooperationspartner aufgeben oder finden können.

7. Außenhandelskammern

Die Außenhandelskammern der deutschen Wirtschaft verhelfen deutschen Unternehmen zum Aufbau von internationalen Kooperationen. Oft bieten diese auch Unternehmerreisen an, die auf maximales Networking mit lokalen und ausländischen Unternehmen ausgelegt sind.

8. Das Enterprise Europe Network

Ins Leben gerufen und gefördert von der Europäischen Kommission unterstützt das Enterprise Europe Network (EEN) Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen u.a. dabei, nach Geschäfts- und Projektpartnern zu suchen und an Kooperationsbörsen teilzunehmen. Größtenteils ist das Angebot kostenlos.

9. Das eigene Netzwerk

Auch wenn sich im eigenen Bekanntenkreis keine mögliche Kooperation befindet, dient es immer noch als effektive Vermittlungsmöglichkeit. Vielleicht kennen Sie Unternehmer, die Sie mit potenziellen Partnern in Verbindung setzen können? Fragen Sie auch Ihren Steuerberater. Er kennt weitere Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer, mit denen er Sie in Kontakt bringen könnte.

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Kooperationen sollten grundsätzlich nicht risikoreich sein. Wir empfehlen daher einen besonderen Fokus auf ein gesundes und nachhaltiges Arbeitsklima zu legen. Risiken lassen sich durch eine clevere Vertragsgestaltung und dem direkten Schutz eigener Geschäftsgeheimnisse minimieren.

Welche Vorteile bieten Kooperationen?

Für viele Unternehmen bieten Kooperationen eine Gelegenheit, Kräfte zu bündeln und Experten anderer Branchen an ihrer Seite zu haben. Das zahlt sich beispielsweise aus, wenn es um die Vergabe eines größeren Auftrags geht, der eine besonders hohe Kapazität erfordert. Mit einem Kooperationspartner können die Aufgaben aufgeteilt und schneller bearbeitet werden: ein klarer Vorteil für die eigene Kapazität und den Kunden. Außerdem bieten Kooperationen folgende Vorteile:

Vielseitigeres Angebot

Gerade Einzelunternehmer und Freiberufler haben oft sehr spezialisierte Fähigkeiten. Durch einen Kooperationspartner können sie ihr Angebot vielseitiger gestalten, ohne an Glaubwürdigkeit bei potenziellen Kunden zu verlieren. Ein Webdesigner könnte so bspw. mit einem Content-Creator oder Copywriter kooperieren und optimierte Webseiten für kleine Unternehmen anbieten. Diese profitieren davon, einen einzigen Ansprechpartner zu haben, anstatt mehrere Freelancer zu koordinieren.

Weitergabe ungewollter Aufträge

Selbstständige geraten in der Regel öfter an ungewollte Aufträge. Das kann an fehlender Sympathie dem Kunden gegenüber oder an professionellen Gründen liegen. Manche Menschen passen einfach beruflich und privat nicht zusammen. Ein klarer Vorteil einer gut funktionierenden Kooperation ist, dass sich solche Aufträge weitergeben lassen, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben.

Entlastung bei voller Auslastung

Wirkliche Branchenexperten gelten als begehrt. Da ist es nicht unüblich, dass sie vollständig ausgebucht sind und keine weiteren Aufträge mehr annehmen können. Das ist gerade bei vielen IT-Freelancern eher die Regel, als eine Ausnahme. In solchen Situationen ist es sinnvoll, eine kompetente Verstärkung zu suchen und gemeinsam an dem hohen Auftragsvolumen zu arbeiten.

Weniger Leerlauf

Während einige Unternehmen dauerhaft ausgebucht sind und Probleme bei der Auftragskoordination haben, sind andere vielleicht weniger ausgelastet. Selbstständige müssen sich häufig mit vollkommener Auslastung oder einer zu geringen Auslastung auseinandersetzen. Einen Kooperationspartner an der Seite zu haben, kann sich auch in Perioden mit einem geringen Auftragsvolumen lohnen. So können ungewollte Aufträge übernommen werden, was dafür sorgt, dass weniger Zeit in die Kundenakquise investiert werden muss.

Neue Innovationen

Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen schafft Perspektiven, die viele Unternehmen alleine nicht erhalten. So kann es durchaus vorkommen, dass eine Kooperation neue Anreize und Innovationspotenzial mit sich bringt. Wir empfehlen aber auf die vertragliche Regelung zu achten. Aus einer Kooperation stammenden Produktidee kann unter Umständen nicht unabhängig und außerhalb der Zusammenarbeit vermarktet werden.

Welche Risiken entstehen durch Kooperationen?

Ob und welche Risiken durch eine Kooperation entstehen, hängt stark von der Art der Zusammenarbeit ab. Wurde ein fester Kooperationsvertrag geschlossen, der beide Parteien in die Zusammenarbeit involviert, können ggf. höhere Risiken bestehen. Hier hängt es von der Art des Vertrags ab. Beschließt dieser, dass grundsätzlich beide Kooperationspartner in Geschäftsentscheidungen involviert werden oder wird ganz klar zwischen gemeinsamen und individuellen Projekten abgegrenzt?

Verbindlichkeit

Eine enge Zusammenarbeit mit einem Kooperationspartner kann einiges an Verantwortung mit sich bringen. Werden Umsatzziele, monatliche Auftragsvolumen oder verbindliche Projekttage festgelegt, entstehen Verbindlichkeiten. Bei einer Nichtbeachtung des Kooperationsvertrags scheitern Kooperationen oder es werden eventuell festgelegte Vertragsstrafen fällig.

Ungleiche Gewinn- und Arbeitsteilung

Eine Zusammenarbeit sollte in erster Linie fair ablaufen und keine der partizipierenden Parteien benachteiligen. Im Idealfall wurde eine Vereinbarung getroffen, die für beide Kooperationspartner vorteilhaft ist. Eine ungleiche Gewinn- oder Arbeitsteilung ist dennoch ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Dies sollte daher grundsätzlich vertraglich geregelt werden, damit beide Partner mit einer Kooperation zufrieden sind und gleichermaßen davon profitieren.

Direkte Geschäftseinsichten

In vielen Situationen erhalten Kooperationspartner einen recht detaillierten Überblick über ihre Geschäftsmodelle. Diese Einblicke stellen Risiken dar. So können unter Umständen Betriebsgeheimnisse von einem Partner ausgenutzt werden. Je nachdem, wie eng eine Kooperation abläuft, sollten daher entsprechende vertragliche Vorkehrungen getroffen werden, die beide Parteien schützen, etwa durch eine Geheimhaltungsvereinbarung.

Erfolgreich und sorgenfrei in eine Kooperation starten

Es gibt nur wenige Aspekte, die eine erfolgreiche Kooperation mehr gefährden, als zu spät bezahlte Rechnungen. Profitieren Sie jetzt von den Vorteilen unserer Rechnungsvorfinanzierung und dem damit einhergehenden Schutz vor Zahlungsausfall!

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