Kapitalbeschaffung für Unternehmen

Besonders junge Unternehmen benötigen genügend Kapital, um das eigene Geschäft aufzubauen. Doch wie ermittelt man eigentlich den Kapitalbedarf und findet die beste Unternehmensfinanzierung für sein Startup? RECHNUNG.de hat für Sie die Antworten recherchiert.
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Inhaltsübersicht

Unternehmer mit kapitalintensiven Geschäftsmodellen werden sich im Laufe ihrer Geschäftslaufbahn schon einmal mit Kapitalknappheit auseinandergesetzt haben. Gerade in den Anfangsphasen eines Unternehmens kann dies fatal enden. Deswegen ist es wichtig, sich frühzeitig um eine ausreichende Unternehmensfinanzierung zu kümmern.

Bei der optimalen Unternehmensfinanzierung gilt es, das richtige Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital zu finden. Eine einheitliche Antwort auf das Thema Unternehmensfinanzierung gibt es deshalb nicht. Fakt ist: Das optimale Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital hängt besonders von der Gründungsphase und dem Geschäftsmodell eines Unternehmens ab.

Die ersten Schritte zur Unternehmensfinanzierung

Vor einer erfolgreichen Unternehmensfinanzierung muss festgelegt werden, wie viel Kapital benötigt wird. Nur mit diesen Informationen gelingt eine erfolgreiche Kapitalaufnahme. Dabei sollte die Höhe des aktuell verfügbaren Kapitals mit der Höhe der zukünftigen Ausgaben ins Verhältnis gestellt werden. Wichtig ist, dass bei den Ausgaben möglichst alle anfallenden Kosten berücksichtigt werden, damit das Unternehmen nicht finanziell überfordert wird. Dazu gehören alle nötigen Investitionen, betriebliche Ausgaben und Nebenkosten. Wichtig ist, dass man als Gründer auch den persönlichen Kapitalbedarf berücksichtigt. Das ist gerade dann wichtig, wenn ein Unternehmen noch nicht profitabel ist und man sich daher eigentlich kein Gehalt auszahlen möchte.

Wann ist die Aufnahme von Eigenkapital besonders sinnvoll?

Der größte Vorteil einer Eigenkapitalaufnahme ist die Tatsache, dass dieses nicht zu einem festen Termin zurückgezahlt werden muss. In der Regel verlangen Investoren auch ohne Profitabilität keine Renditen. Private Sicherheiten werden von Risikokapitalgebern ebenfalls nicht gefordert. So kann die Kapitalaufnahme auch bei eher schlechter Bonität gelingen, wenn das Unternehmenskonzept entsprechend gut ist. Gerade extravagante Konzepte mit hohem Kapitalbedarf können durch Direktbeteiligungen eines oder mehrerer Investoren besonders profitieren. Damit sind auch Geschäftsmodelle gemeint, die ihre Profitabilität vielleicht erst in einigen Jahren erreichen. Kapitalintensive Startups wie UBER, WeWork, Pinterest oder auch HelloFresh wären ohne Eigenkapital vermutlich niemals dort, wo sie aktuell sind. Besonders Unternehmungen, die viel Innovation mit sich bringen, lassen sich nur mit Hilfe der Banken vermutlich niemals finanzieren.

Einfach ist die Aufnahme von Eigenkapital jedoch nicht. Investoren haben meistens einen hohen Anspruch an Startups, die von ihnen finanziert werden. So muss nicht nur die Idee, sondern auch das Umsetzungskonzept besonders überzeugend sein, damit Investoren eine Beteiligung an einem Unternehmen in Betracht ziehen.

Die beste Unternehmensfinanzierung für mein Startup

Eine erfolgreiche Unternehmensfinanzierung durchzuführen ist nicht so kompliziert, wie es scheint. Wir haben drei Schritte aufgeführt, welche für die erfolgreiche Finanzierung eines Unternehmens essentiell sind.

1. Ermittlung des eigenen Kapitalbedarfs

Um überhaupt erstmal zu wissen, wie viel Kapital für die Unternehmensfinanzierung benötigt wird, muss der Kapitalbedarf des Unternehmens festgestellt werden. Dies ist am besten möglich, wenn ein Finanzplan erstellt wird, welcher folgender Weise gegliedert sein sollte:

Umlaufvermögen:

– Benötigtes Barvermögen: Gewünschte Liquidität, um ungeplante Kosten schnell zu begleichen. – Materialbedarf: Hiermit sind in erster Linie die anfallenden Kosten für das benötigte Material gemeint. Mitberechnen lassen sich auch Vorräte oder Waren, welche mit hoher Priorität angelegt werden müssen.

Anlagevermögen:

– Geschäftsausstattung oder Vergleichbares: Hier sollten jegliche Kosten für eine benötigte Filiale oder Büro einkalkuliert werden. Das können Investitionskosten oder Mietkosten sein. – Maschinen, Technik: Kosten für Maschinen können jegliche Formen von Maschinen umfassen. Dazu zählen auch Computer, Drucker und Software, welche ein Unternehmen im Geschäftsalltag benötigt.

2. Entscheidung, auf welche Weise Kapital aufgenommen werden soll

Nach der Bestimmung des Kapitalbedarfs muss sich ein Unternehmer festlegen, wie er das benötigte Kapital aufnehmen möchte. Hier bietet sich die Aufnahme als Fremd- und Eigenkapital an. Die Aufnahme von Fremdkapital macht besonders dann Sinn, wenn das Unternehmen schon existiert und der Kapitalbedarf in einem gesunden Verhältnis zur Bonität steht. Wichtig dabei ist jedoch, dass die genauen Konditionen der verfügbaren Angebote verglichen werden. Egal, ob das Fremdkapital von einer gewöhnlichen Bank, einer Förderbank, einer Online-Plattform für Privatkredite oder etwas ähnlichem bezogen wird. Am Ende macht es Sinn, nicht nur das günstigste, sondern das insgesamt am besten passende Angebot auszuwählen.

Eigenkapital lässt sich am besten aufnehmen, wenn ein Unternehmen Potenzial hat, stark zu wachsen. Besonders innovative Gründungskonzepte erregen generell am einfachsten die Aufmerksamkeit eines Investors. Aber auch dort muss zwischen den Vor- und Nachteilen jedes einzelnen Angebotes abgewogen werden. Am Ende sollte man sich auch hier nicht für das augenscheinlich günstigste, sondern das beste Angebot entscheiden. Neben den finanziellen Aspekten ist auch relevant, wer der Investor ist und ob dieser benötigte Expertise in das eigene Unternehmen einbringen kann.

3. Bewerben mit einem Businessplan und Pitchdeck

Als Letztes muss man sich noch für die am attraktivsten wirkende Option bewerben. Dazu sollte in erster Linie ein Businessplan erstellt werden. Dieser dient dazu, den Kapitalgeber von einem Investment oder der Kreditvergabe zu überzeugen. Ein Pitchdeck ist für die Bewerbung bei den meisten Eigenkapitalgebern ebenfalls vonnöten. Hierbei handelt es sich um eine vereinfachte Form des Businessplans, welche häufig als Präsentation vorgetragen wird. Kapitalgeber sehen gerne, wenn sich Unternehmer der eigenen Schwächen und der möglichen Risiken bewusst sind. Dementsprechend sollten Businessplan und Pitchdeck optimistisch verfasst, jedoch nicht leichtgläubig oder naiv wirken.

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