Preiskalkulation Freelancer

Aufgrund des allgegenwärtigen Fachkräftemangels ist der Arbeitsmarkt für Freelancer deutlich aufgeschlossener als vor einigen Jahren. Dies spiegelt sich in einer kontinuierlich steigenden Vergütung, aber auch in einer konstanten Nachfrage wider. Doch wie berechnet man ein angemessenes Honorar? Im RECHNUNG.de Ratgeber erfahren Sie alles zur Preiskalkulation für freie Mitarbeiter.
Preiskalkulation

Inhaltsübersicht

Für Freelancer waren die Verdienstmöglichkeiten selten so gut wie heute. So stieg der durchschnittliche Stundensatz für IT- und Engineering-Freelancer von 87,36€ im Jahr 2017 auf 91,05€ 2018. Zudem wird für 2019 ein Anstieg auf 93,47€ erwartet. Da sich Auftraggeber in der Praxis jedoch oft für ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis entscheiden, ist eine angemessene Preiskalkulation die Basis für einen dauerhaften Erfolg als Freelancer.

Woran orientieren sich Freelancer in ihrer Preiskalkulation?

Die ideale Preiskalkulation für Freelancer liegt in der Regel zwischen ihrem Wunschgehalt und ihren finanziellen Mindestanforderungen. Um ein passendes Stundenhonorar festzulegen, sollten freie Fachkräfte daher zuerst ihre Mindestanforderungen definieren. Als Faustregel gilt, dass das Monatsgehalt eines Selbstständigen mindestens 50% über dem Monatsgehalt eines Festangestellten in gleicher Position liegen sollte. Die Mehrausgaben haben dabei den größten Einfluss auf den Wert und setzen sich unter anderem aus höheren Steuern, Krankenversicherungsbeiträgen, der privaten Altersvorsorge und sämtlichem Equipment zusammen.

Wie man die Mindestkosten eines Angebots ermittelt, haben wir bereits hier zusammengefasst. Geht es um die Berechnung eines fairen und lukrativen Stundensatzes, kommt es auf den individuellen Marktwert an. Schließlich bezahlen Auftraggeber niemanden für seinen reinen Zeitaufwand, sondern für den Wert, der übermittelt wird.

Girl in a jacket

Vergessen Sie die Umsatzsteuer in Ihrer Kalkulation nicht! Da Ihre Kunden diese im Vorsteuerabzug geltend machen können, handelt es sich bei allen genannten Stundensätzen um Nettoangaben. Sollten Sie also kein Kleinunternehmer sein, müssen Sie den Umsatzsteuersatz auf die finale Rechnung aufschlagen.

Wie berechnen Freelancer ihren Marktwert?

Sind die Mindestanforderungen geklärt, gilt es, einen genaueren Blick auf den eigenen Marktwert zu werfen. Dieser setzt sich aus zwei Komponenten zusammen und bestimmt, wie viel Freelancer für ihre Leistungen berechnen können:

– Qualifikationen / Skills – Angebot und Nachfrage / Bedarf

Der Marktwert eines Freelancers ist der augenblickliche Wert, den seine Dienste auf dem Markt haben. Dementsprechend fließen in dessen Berechnung der individuelle Wert und die allgemeine Nachfrage ein. Je höher der Bedarf nach einer Leistung ist, desto einfacher ist es für Freelancer attraktive Honorare zu verlangen.

Das spiegelt sich in der Praxis wider. Die Freelancer-Stundensätze der zwei aktuell gefragtesten Branchen SAP und Beratung / Management lagen 2018 in Deutschland bei durchschnittlich 110,19€, bzw. 104,94€. In der Medienbranche lagen die durchschnittlichen Stundensätze dagegen bei lediglich 62,35€, was auf eine niedrigere Nachfrage und ein höheres Angebot hindeutet.

Ebenso fließen Qualifikationen und Fähigkeiten direkt in den Marktwert ein. So liegt bspw. der durchschnittliche Stundensatz für Freelancer in der Altersgruppe 40 bis 49 bei ganzen 95,00€, während unter 30 Jährige lediglich 74,00€ berechnen.

Den eigenen Marktwert zu berechnen ist nicht einfach. Hilfreich ist ein Blick auf die Konkurrenz, das Bedürfnis des Kunden und die eigenen Fähigkeiten. Gibt es besondere Qualifikationen, die einen wertvoller für Kunden machen? Dann sollte sich dies in der Preiskalkulation bemerkbar machen.

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Unser Tipp an Sie: Die Preisfindung ist bei einem Freelancer ein fließender Prozess. Haben Sie keine Angst Fehler zu machen oder einmal zu viel zu verlangen. Ablehnungen gehören genauso zur Selbstständigkeit wie Zusagen. Wichtig ist, dass Sie sich optimal verkaufen und Ihre Fähigkeiten attraktiv in Szene setzen. Dazu gehören unter anderem eine erfolgreiche Webpräsenz, eine klare Produktkommunikation und ein professionelles Auftreten.

Fazit: Die Preiskalkulation für Freelancer in der Praxis

Als Freelancer in einer Anfangsphase werden Sie vermutlich auf Probleme in der Ermittlung Ihrer Stunden- und Tagessätze stoßen. Dies ist völlig normal und eng mit der Selbstständigkeit verbunden. Möchten Sie einen höheren Stundensatz als die Konkurrenz berechnen, sollten Sie Ihren Kunden jedoch gute Gründe dafür vorlegen können. Ein vielseitigeres Dienstleistungs-Portfolio, mehr Erfahrung in ihrem Fachbereich oder deutlich zufriedenere Kunden sind gute Anhaltspunkte für eine Gehaltsverhandlung.

Was können Sie tun, damit Ihre Kunden zuverlässig zahlen?

Die beste Preiskalkulation nützt nichts, wenn Sie auf einen unzuverlässigen Kunden treffen. Um Zahlungsausfälle zu vermeiden, können Sie mit unserem Factoring-Angebot Ihre Rechnungen innerhalb kürzester Zeit vorfinanzieren.

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